Erstgespräch
Fachartikel

Entwicklungsimpulse für Mediation

Eine Einladung zum Querdenken.

Thomas Robrecht
In: Die Mediation, Heft 1/2021 · Januar 2021

Worum es geht

Zusammenfassung

Der Österreichische Bundesverband für Mediation ist auf dem Weg der Professionalisierung. Ein zentrales Merkmal dabei ist die Anpassung der Mediation an die Rahmenbedingungen des jeweiligen Kontextes und an den Bedarf der Menschen.

Ein kontextübergreifender Befund gibt diesem Beitrag seinen Anstoß: Vielen Menschen ist die Klärung von Bedürfnissen fremd, und oft fehlt ihnen auch die Bereitschaft dazu. Mediation als professionelle Dienstleistung akzeptiert diese Tatsache, statt sie als Mangel der Klientel zu behandeln.

Daraus folgt der Vorschlag, der hier zur Diskussion gestellt wird: der Verzicht auf eine explizite Bedürfnisklärung — als Abkürzung zu nachhaltigen Lösungen.

Der Beitrag setzt sich dafür mit dem Paradigma auseinander, das er infrage stellt. Marshall Rosenbergs Satz „Die Gefühle sind die Kinder der Bedürfnisse" führt zu einem vertrauten Bild: Das Gefühl ist die Boje an der Oberfläche, das Bedürfnis liegt darunter verborgen. Daraus wird eine Handlungsanweisung — tauche mit den Medianden unter den Eisberg und bringe die Bedürfnisse ans Licht. Genau diese Selbstverständlichkeit wird hier hinterfragt.

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