Ethik – brauch ich das?
Die Verbindung von Ethik, Moral, Haltung und Handlung.
Karl Kreuser
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 68 · März 2017
Zusammenfassung
Im Berufsalltag gibt es immer wieder kritische Situationen, Konflikte zumal. Zugleich verändern sich hergebrachte Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit: Der Trend geht weg von Hierarchie hin zu Kooperation. Karl Kreuser hält dagegen eine unspektakuläre Ressource: die reflexive Auseinandersetzung mit den Werten, die berufliches Handeln antreiben. Sie hilft, in unsicheren Situationen dennoch sicher zu handeln — Führungskräften ebenso wie ihren Beraterinnen und Begleitern.
Was Ethik dabei nicht ist, sagt er deutlich. Nicht das Zitieren alter Männer oder weiser Frauen, nicht das Abarbeiten von Tugenden, nicht das Erstellen von Katalogen. Ethik befasst sich mit der reflexiven Verinnerlichung von Werten, die einen handeln lassen. Fehlt diese Auseinandersetzung, dann ist es Abrichtung oder Dressur.
Beispiele machen es greifbar: die individuelle Prüfung, ob man in einem bestimmten Unternehmen arbeiten will — in der Waffenproduktion, bei einer Bank, als Vegetarierin in einer Metzgerei. Wer andere begleitet, braucht überdies ein Grundverständnis davon, worin die moralischen Nöte der begleiteten Führungskräfte bestehen.
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