Mediation als Profession?!
Diskussion beim Mediationskongress 2018 „Mut zur Veränderung“ über die Entwicklung im ÖBM.
Barbara Günther, Mathias Schuster, Thomas Robrecht
In: Perspektive Mediation, Heft 1/2019 · Februar 2019
Zusammenfassung
Beim Mediationskongress 2018 in Weimar brachte der Österreichische Bundesverband für Mediation das Thema „Mediation als eigenständige Profession?!" ein. Dieser Beitrag liefert die Hintergründe zum Stand des Diskurses und die weiterführenden Fragen.
Am Anfang steht eine enttäuschte Hoffnung: Viele Mediatorinnen und Mediatoren im deutschsprachigen Raum erwarteten, gesetzliche Regelungen würden den lang ersehnten Nachfragesog erzeugen. Seit dem ernüchternden Evaluationsbericht zum deutschen Mediationsgesetz im Sommer 2017 ist amtlich, dass Mediation mehr Ladenhüter als Verkaufsschlager ist. Was die einen längst wussten, müssen andere erst verdauen.
Der Vergleich beider Länder macht es deutlich: Obwohl das österreichische Zivilrechts-Mediations-Gesetz bereits 2004 in Kraft trat und Deutschland seit 2012 über ein Mediationsgesetz verfügt, übersteigt das Angebot in beiden Ländern die Nachfrage weiterhin deutlich.
Seit rund dreißig Jahren bemüht sich die Gemeinschaft der Mediatorinnen und Mediatoren, die Gesellschaft mediationsfähig zu machen. Der Bekanntheitsgrad ist gestiegen — die Frage ist, was daraus folgt.
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