Mediation ist nicht Brezenbacken – Teil 2
Innere Faktoren, die belegen, dass Mediation eine Profession ist.
Karl Kreuser
In: Blog des Wissenschaftsbeirats des ÖBM · September 2017
Zusammenfassung
Der erste Teil suchte nach äußeren Indizien und kam zu einem Ergebnis, das Karl Kreuser hier zusammenzieht: Mediation arbeitet unter der Leitdifferenz Problem/Lösung und stellt der Gesellschaft den Nutzen der Lösungsbeschaffung zur Verfügung. Sie eröffnet einen Möglichkeitsraum, in dem Streitende autonom, freiwillig und mit eigenen Kompetenzen ihren Konflikt in Konsens transformieren können. Als klientenbezogene Profession kann sie immer nur mit individuellen oder kollektiven Subjekten arbeiten, nie an Objekten.
Daraus folgt eine knappe Bestimmung: Profession ist die Fähigkeit, das eigene mediative Handeln in Kontexte einzuordnen.
Der zweite Teil geht den inneren Aspekten nach — wie sich Profession im Handeln abbildet. Ulrich Oevermann spricht von „realisierter Professionalität": Es tauchen Vorgehensweisen auf, die sich durch das reine Abarbeiten von Rezepten nicht erklären lassen. Für diese Betrachtung lohnt es, die beteiligten Systeme zu unterscheiden — zunächst das Klientensystem, das gerade einen Konflikt pflegt.
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