Mediation als professionelle Dienstleistung
Anregungen für Berufsbild und Qualitätssicherung.
Thomas Robrecht
In: Spektrum der Mediation 88/2022 · Juni 2022
Zusammenfassung
Die Diskussion um die Verberuflichung von Mediation ist in vollem Gange. Üblich ist bislang die Darstellung als strukturiertes Verfahren — für ein Verständnis von Mediation als professionelle Dienstleistung reicht das nicht.
Thomas Robrecht beschreibt deshalb ein differenzierteres Modell, das mehrere Prozesse zusammenführt. Gemeinsam formen sie einen Dienst mit einem klar benennbaren Nutzen: die Befähigung zu einer anlassbezogenen und erwünschten Veränderung, die die Kundschaft in Eigenregie nicht realisieren kann.
Diese Veränderung ist ein Prozess voller Unsicherheiten und verlangt Kompetenzen — sie ermöglichen sicheres Handeln unter Unsicherheit. Möglich wird das erst, wenn die Fähigkeit zusammen mit der Bereitschaft vorliegt, sie auch einzusetzen.
Bemerkenswert ist der Nebenbefund, den der Beitrag aufgreift: Mediation gilt als eine der wirkungsvollsten Formen der Kompetenzentwicklung — und zwar für alle Beteiligten. Medianden suchen Wege zur Veränderung, Mediatorinnen Wege zur Befähigung; beide befinden sich gemeinsam in einem ergebnisoffenen Prozess.
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