Paradigmenwechsel der Mediation, Teil 1
Forschungsprojekt Mediationskompetenz: Was die Ergebnisse über Mediation verraten.
Thomas Robrecht
In: mediationaktuell.de · Oktober 2017
Zusammenfassung
Acht Jahre nach dem ersten Versuch, Mediationskompetenz für die Ausbildung zu definieren, sorgt der „zertifizierte Mediator" für einen neuen Kampf um Marktanteile im Ausbildungsgeschäft. Die Verbände loben die höhere Qualität ihrer Standards und gründen den gemeinsamen Qualitätsverbund Mediation.
Thomas Robrecht hält dem einen Widerspruch entgegen, der selten benannt wird: Als Maßstab für Qualität dient nach wie vor Quantität. 120, 200 oder vielleicht doch 300 Stunden? Mit solchen Krücken kann Mediation nur humpeln.
Sein Vorschlag ist einfach und unbequem zugleich: Kompetenznachweis statt Stundennachweis. Es brauche nur etwas Mut, Liebgewonnenes loszulassen, damit Kopf und Hände frei werden für wirklich Neues — doch der Sog der Gewohnheit sei stark.
Über das Ziel besteht Einigkeit: Mediation für die Gesellschaft wertvoll zu machen. Streiten lässt sich darüber, ob Professionalisierung der richtige Weg dorthin ist. Solange keine plausible Alternative vorliegt, fällt die Antwort für die Autoren eindeutig aus.
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