Darf es etwas mehr Simmel sein?
Die Rolle des Dritten im Konflikt.
Karl Kreuser
In: KonfliktDynamik 2/2012 · Juni 2012
Zusammenfassung
Auf einer gemeinsamen Wanderung an eine Weggabelung zu kommen, taugt als Bild für fast jeden Konflikt: Die eine Handlungsabsicht schließt die andere aus, man kann nicht etwas links und etwas rechts gehen.
Karl Kreuser zeigt, was sich ändert, sobald die Werte hinter den Absichten sichtbar werden. Ich will nach links, weil der Weg kürzer ist; du willst nach rechts, weil es dort sonniger ist. „Kurz" aber ist nicht das Gegenteil von „sonnig" — und genau nach diesem Prinzip funktioniert die Überführung von Konflikt in Konsens beim interessenorientierten Verhandeln.
Der Beitrag liest Georg Simmels „Soziologie" von 1908 als Klassiker der Konflikttheorie und findet dort bestätigt, was kompetenz- und systemtheoretische Konfliktforschung heute formuliert: Im Konflikt sehen wir die Parteien und ihre unvereinbaren Handlungsabsichten. Was meist verborgen bleibt, sind die Werte dahinter — und die Rolle, die dem Dritten daraus erwächst.
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