Verschiedenes und Drittes bei Konflikten
Karl Kreuser
In: Perspektive Mediation, Heft 1/2020 · Januar 2020
Zusammenfassung
Konfliktbegleitung wird erst dann erforderlich, wenn Verschiedenheit — woraus auch immer sie sich ergibt — problematische Strukturzustände erzeugt. Mit der Begleitung kommt eine Dritte hinzu, die die Beziehung der Streitenden verändert und sie auftragsgemäß auch verändern soll.
Karl Kreuser behandelt beides, Verschiedenheit und Drittes, als Ressourcen für die Konfliktbegleitung — und weist zugleich darauf hin, dass zu viel davon zur Grenze wird. Die Kunst besteht darin, beide zu erkennen und zu nutzen und zugleich das Hinderliche zu vermeiden.
Der Ausgangsgedanke ist überraschend: Wenn zwei sich streiten, konstruieren sie eine Begrenzung aus scheinbar unvereinbaren Handlungsabsichten. Sie sind sich uneins im Thema und womöglich auch darin, wie überhaupt zu streiten sei. Doch ein sinnvoller Konflikt wäre ohne ein grundlegendes Drittes gar nicht möglich — es braucht neben den beiden Positionen etwas Gemeinsames, Übergeordnetes.
Am Ende steht wieder jener Satz, der sich durch diese Arbeiten zieht: Konfliktbegleitung ist Haltung, nicht Technik.
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