Das Gespenst bannen
Mediatives Handeln: eine Antwort auf die Zeichen der Zeit.
Karl Kreuser
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 75 · März 2019
Zusammenfassung
Das Gespenst der Zukunft — lässt es sich bändigen oder wenigstens beschwichtigen? Karl Kreuser fragt, ob Mediation eine mögliche Antwort auf eine bewegte, nicht planbare Zukunft ist.
Sein Ausgangspunkt ist ein Satz über Führung: Sie ist Haltung, nicht Technik. Das lässt sich auf professionelle Mediation mehrfach anwenden. Auch sie ist eher Haltung als Technik. Zudem ist Mediation eine besondere Form von Führung in einem zieloffenen Prozess — und schließlich muss sie auf Menschen treffen, die eine Grundhaltung zur Freiwilligkeit mitbringen.
Daraus folgt eine Zuversicht, die sich auf vorhandenes Können stützt: Mediatorinnen und Mediatoren haben gelernt, Menschen lösungsorientiert zu begleiten, die sich in einer außergewöhnlichen, nicht überschaubaren Lage befinden und dadurch emotional labilisiert sind. Betrachtet man das gespenstisch genannte Szenario schlicht als Umwelt, in der auch Mediationen stattfinden, dann gilt: Wir kennen uns mit emotionalisierten Menschen in herausfordernden Situationen aus. Für uns nichts Neues.
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