Der Situations- und Handlungsbezug von Kompetenzen
Karl Kreuser
In: kodekonzept.com · September 2019
Zusammenfassung
Kompetenzen sind besondere Fähigkeiten. John Erpenbeck bezeichnet es ausdrücklich als falsch, sie als Persönlichkeitseigenschaften zu beschreiben: Persönlichkeitsmerkmale führen einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit mit sich und haben keinen Situations- und Handlungsbezug. Fähigkeiten dagegen werden erst im situativen Handeln manifest.
Karl Kreuser führt aus, was daraus folgt. Kompetenzen setzen einen Akteur — als Individuum mit seinen Werten und aus seiner Funktion und Rolle heraus — in Bezug zu der vorgefundenen Situation und zu seiner konkreten Handlung.
Der praktische Gewinn ist erheblich: Der Blick auf Kompetenzen statt auf Persönlichkeitseigenschaften vermeidet es eher, Menschen in Schubladen zu stecken. Das ist humaner und unternehmerisch angemessener zugleich — denn Stereotypisierungen und Eigenschaftszuweisungen verhindern agileres Handeln ziemlich zuverlässig.
Auch das Nichtstun bekommt so einen Platz: Es kann Ausdruck von Handlungsunfähigkeit sein — oder eine Handlungsform, etwa die reaktive Gewohnheit, sich in herausfordernden Lagen routinemäßig zurückzuhalten.
Mehr dazu
Womit wir dazu arbeiten, steht unter Konflikttrainings.
Alle Veröffentlichungen von SOKRATeam finden Sie in der Literaturübersicht — 24 Bücher und Buchbeiträge sowie 68 Fachartikel.
Wenn Sie das Thema in Ihrer Organisation beschäftigt: Das Erstgespräch ist kostenfrei.