Kompetenzen und ihre Bedeutung für kreatives Handeln
Was ist kreatives Handeln?
Karl Kreuser
In: kodekonzept.com · April 2019
Zusammenfassung
John Erpenbeck definiert Kompetenzen als Fähigkeiten zu selbstorganisiertem, kreativem Handeln in neuartigen Situationen. Mit dem Wort „kreativ" trägt der Begriff eine positive Wertung — und die verlangt eine Begründung.
Karl Kreuser liefert sie mit einer knappen Bestimmung: Eine Handlung ist dann kreativ, wenn es durch ihr Ergebnis mindestens einem Element des beteiligten Systems besser und allen anderen zumindest nicht schlechter ergeht. Es geht um Mehrwerte jenseits von Nullsummenspielen.
Die Gegenprobe macht das greifbar. Man kann sehr kreativ einen Mord planen oder ideenreich Steuern hinterziehen; einem Element im System geht es danach womöglich besser — dem Opfer und der Allgemeinheit aber schlechter.
Ausdrücklich nicht gemeint ist, dass Kompetenzen stets Gewinner hervorbringen und nur Friede, Freude, Eierkuchen erzeugen. Klassische Kompromisse sind meist eher banal. Führung muss auch unliebsame Entscheidungen treffen, Grenzen aufzeigen und nein sagen können. Ergebnisgerechtigkeit im Einzelfall ist selten möglich — anzustreben ist möglichst hohe Verfahrensgerechtigkeit über alle Fälle hinweg.
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