Erstgespräch
Fachartikel

Freiwilligkeit Teil 1

Ein philosophischer Erklärungsversuch: Wille und Werte.

Karl Kreuser
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 75 · Februar 2019

Worum es geht

Zusammenfassung

Freiwilligkeit ist eine Bedingung von Mediation — gemeint ist die autonome Bereitschaft, sich auf das Verfahren einzulassen und zu einem selbstverantworteten Konsens beizutragen. Nicht gemeint ist die rein körperliche Anwesenheit, die sich in Unternehmen durchaus anordnen lässt.

Karl Kreuser führt diese Bereitschaft auf zwei Quellen zurück: Wille und Werte. Zusammen mit den entsprechenden Fähigkeiten bilden sie die unverzichtbare Bedingung für kompetentes, selbstverantwortetes Handeln. Dass Menschen Werte und Willen besitzen, die ihr Handeln prägen, ist unbestritten — wie beide zur Freiwilligkeit beitragen, ist die eigentliche Frage.

Der Erklärungsversuch greift weit aus, zu John Erpenbecks Werten als Kompetenzkernen, zu Wittgenstein und zu Schopenhauers Unterscheidung von Naturgesetzen und Naturkräften, vom Wie und vom Dass. Der entscheidende Befund: Wille und Werte verhalten sich wie physikalische Basisgrößen — der Wille lässt sich nicht durch Werte erklären und die Werte nicht durch den Willen.

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