Ist Mediation agil?
Ein Vergleich.
Karl Kreuser
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 74 · Dezember 2018
Zusammenfassung
Mit dem „Manifest für Agile Softwareentwicklung" bekannten sich 2001 etliche Entwickler zu einer radikal anderen Haltung: Kundennutzen und soziale Strukturen stehen über Regeln und formalen Strukturen. Inzwischen verpflichten sich weltweit Hunderte von Softwarehäusern darauf, und die Denkweise hat andere Felder erreicht — agile Führung, agiles Projektmanagement, agiles Unternehmertum.
Karl Kreuser prüft, ob sich Mediation in diese Reihe stellen lässt. Dabei räumt er zwei Missverständnisse aus dem Weg. „VUCA" — von der amerikanischen Armee in den 1990er Jahren geprägt — beschreibt Eigenschaften der Umwelt: volatil, unsicher, komplex, ambig. Und „Selbstorganisation" ist ein Strukturprinzip, nicht Beliebigkeit und kein anzustrebendes Ideal um seiner selbst willen.
Sein Ergebnis ist unabhängig von der Etikettenfrage brauchbar: Ob Mediation nun agil ist oder nicht — die Idee, den Kundennutzen über die Methodik zu stellen, lässt sich analog übernehmen. Sie entspricht ohnehin dem, was professionelle Mediation ausmacht.
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