Vom theoretischen Ideal zur praktischen Realität
Die Ausbildung und der Mediationsmarkt.
Karl Kreuser, Thomas Robrecht
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 66 · April 2016
Zusammenfassung
Endlich geschafft: Die Mediationsausbildung ist abgeschlossen, das Zertifikat druckfrisch. Und dann kommen die Zweifel an der eigenen Kompetenz. Wie geht es weiter als Mediatorin oder Mediator — ohne jegliche Erfahrung?
Karl Kreuser und Thomas Robrecht setzen bei einem bekannten Grundsatz an: Kompetenzen entwickeln sich durch die Kombination von praktischem Tun und konsequenzenreicher Reflexion. Für das Lernen nach der Ausbildung braucht es also Praxis im richtigen Leben. Nur bleibt die Tür zum Mediationsmarkt meist verschlossen, und genau das verhindert das Sammeln praktischer Erfahrung.
Ihr Ausweg führt an der Verfahrensfrage vorbei: Im Kontext von Organisationen empfiehlt sich mediatives Handeln weit vor und auch außerhalb förmlicher Mediationsverfahren. Kompetenzen haben stets Bezug zu der Situation, in der gehandelt wird — dort entstehen sie, dort verändern sie sich. Der Titel ist deshalb wörtlich gemeint: Absolventinnen und Absolventen können viel mehr, als sie glauben.
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