Zwei Welten
Mediation und Mediationsforschung.
Karl Kreuser
In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 41 · Dezember 2011
Zusammenfassung
Mediation und Wissenschaft unterscheiden sich ähnlich wie ein Koch und ein Lebensmittelchemiker. Mediationsforschung trägt die Aufgabe in sich, diese zwei Welten zu verbinden — wobei zumindest eine von beiden die andere nicht zwingend braucht: Man kann durchaus mediieren, ohne Mediation definieren zu können.
Karl Kreuser führt den Unterschied auf die Leitdifferenzen zurück. Mediation bearbeitet die Differenz von Problem und Lösung. In der Wissenschaft geht es um Beweisen und Rechthaben — und genau das widerspricht dem Kernanliegen von Mediation.
Beide Sichtweisen haben blinde Flecken. Die Verbindung zweier Denkwelten nützt dann, wenn der Blick des Anderen etwas erkennen lässt, das im eigenen blinden Fleck verborgen lag. Ohne geklärte Rollen droht dagegen die Instrumentalisierung der einen durch die andere; erst ein in den Rollen geklärter Umgang eröffnet beiden einen Möglichkeitsraum, von dem beide profitieren.
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