Erstgespräch
Prinzip

Sicher scheitern.

Scheitern gehört zum Handeln. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler. Entscheidend ist nicht, ob etwas misslingt, sondern wie man scheitert — und was danach kommt.

Bei uns hat der Begriff zwei Seiten. Er ist eine Kompetenz, die wir mit Menschen, Teams und Organisationen entwickeln. Und er ist das Prinzip, nach dem wir selbst arbeiten. Das eine ist ohne das andere nicht glaubwürdig.

Die Lage

Es ist gescheitert. Und jetzt?

Das Projekt ist abgebrochen, die Beförderung ging an jemand anderen, das Team hat sich zerstritten. Im Scheitern werden Menschen, Teams und Unternehmen auf sich selbst zurückgeworfen.

Zwei Reaktionen liegen nahe, und beide schaden. Die eine ist der Vergleich: Alle anderen sind besser, nur ich nicht. Er lähmt. Die andere ist das Glorifizieren: Scheitern wird gefeiert, als wäre es schon ein Erfolg. Das überspringt den Schmerz — und mit ihm das Lernen.

Sicher scheitern liegt dazwischen. Es heißt, die eigene Selbstwirksamkeit zu bewahren oder wiederzuerlangen: das Gefühl, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können, gerade jetzt.

Die Kompetenz

Was sicher scheitern verlangt.

Sicher scheitern ist eine Kompetenz: die Fähigkeit, in kritischen und emotional belastenden Situationen selbstorganisiert, zukunfts- und lösungsorientiert zu handeln. Sie zeigt sich auf drei Ebenen.

Der Mensch

Verantwortung übernehmen

  • ✓für gewollte und ungewollte Folgen des eigenen Handelns einstehen
  • ✓Ent-Täuschung aushalten: den schmerzhaften und doch befreienden Abschied von einer Täuschung
  • ✓eigene Werte, Vorannahmen und Glaubenssätze kritisch prüfen
  • ✓neu beginnen, mit mehr Erfahrung und gereifter Haltung
Das Umfeld

Ehrlich miteinander umgehen

  • ✓Schuld und Scham respektvoll begegnen, bei sich und bei anderen
  • ✓bereuen, wiedergutmachen und verzeihen, statt zu rechtfertigen oder zu verschweigen
  • ✓kritisches Feedback erbitten und ehrliches Feedback geben
  • ✓keine Toleranz für Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung
Die Organisation

Die Kultur prüfen

  • ✓Dürfen Menschen eigenständig entscheiden, handeln — und auch scheitern?
  • ✓Welche Vorgaben lassen nur Perfektion zu?
  • ✓Wo zeigt sich im Alltag, dass Absichern wichtiger ist als Erreichen?
Der Gewinn

Was bleibt, ist Intuition.

Wer sicher scheitert, stärkt eine Voraussetzung für Resilienz, psychische Robustheit und Kompetenz überhaupt: die eigene Intuition. Sie speist sich aus der Vielfalt der Lebenserfahrung — und aus den Misserfolgen, die man erfolgreich bewältigt hat.

Für Organisationen heißt das: Ein Team, das Scheitern verarbeiten darf, wird nicht vorsichtiger, sondern urteilsfähiger. Ein Team, das es verbergen muss, lernt vor allem das Verbergen.

Das Arbeitsprinzip

Wir sagen vorher, wann wir aufhören.

Was wir von anderen erwarten, gilt auch für uns. Sicher scheitern läuft deshalb als Parallelprozess in allen unseren Feldern mit — in Führung, Beratung und Training.

  • ✓Grenzen der Machbarkeit frühzeitig erkennen
  • ✓Abbruchkriterien vorab und transparent festlegen
  • ✓unnötigen Ressourceneinsatz verhindern und, wenn nötig, bewusst abbrechen

Das ist kein Mangel an Zuversicht, sondern eine Frage der Redlichkeit. Auch ein schnelles Verfahren wie teamfixx® hat Grenzen, und wer sie vorher benennt, schützt Ihre Zeit, Ihr Geld und das Vertrauen Ihres Teams. Schon im Erstgespräch sagen wir Ihnen, wenn eine Begleitung nicht hilft.

Belege

Was wir dazu geschrieben haben.

Scheitern, Selbstreflexion und die Grenzen des eigenen Verfahrens ziehen sich durch unsere Veröffentlichungen. Diese Beiträge sind in Fachzeitschriften und im Organisationshandbuch erschienen.

5 Beiträge aus unserer Feder — der jüngste zuerst.

  • Die Bedeutung der Selbstreflexion im Ausüben, Lernen und Lehren der Mediation

    Peter Adler, Thomas Robrecht, Gerda Ruppi-Lang, Martina Schwind, Elmar Türk, Ron Windauer

    In: Konfliktdynamik, Heft 2/2024 · Juli 2024

    Die mediative Haltung herzustellen und zu halten kostet mentale Kraft. Ein kompetenzbasierter Qualitätsmaßstab am Beispiel der Selbstreflexion.

  • Eskalationsstufen als Stolperfalle?

    Wie im Kontext »Unternehmen« der Verzicht auf eine Konfliktanalyse zur Ressource wird.

    Thomas Robrecht

    In: mediationaktuell.de · November 2018

    Jedes Mal, wenn die richtige Eskalationsstufe gefunden schien, kamen Zweifel. Warum der Verzicht auf Konfliktanalyse im Unternehmen schneller trägt.

  • Mediation als Lösungsfalle?

    Feedback zu Dr. Karl Kreuser »Wenn Mediationsausbildung Mediationen verhindert«.

    Prof. Dr. Reinhard Greger

    In: mediationaktuell.de · Oktober 2018

    „Wenn ich einem Mandanten Mediation vorschlage, geht er zu einem anderen Anwalt." Prof. Greger stimmt Kreusers These zu — und verschärft sie.

  • Ethik – brauch ich das?

    Die Verbindung von Ethik, Moral, Haltung und Handlung.

    Karl Kreuser

    In: Spektrum der Mediation, Ausgabe 68 · März 2017

    Ethik ist nicht das Zitieren alter Männer und nicht das Abarbeiten von Tugenden. Fehlt die reflexive Auseinandersetzung, ist es Abrichtung.

  • Darum scheitern Top-Teams

    Nehmen Sie die Leute, wie sie sind!

    Karl Kreuser

    In: Organisationshandbuch · Juni 2015

    Eine Ansammlung hervorragender Spezialisten ergibt noch kein Team. Warum Persönlichkeitsprofile dabei nicht helfen — und was stattdessen zählt.

Nächster Schritt

Ist gerade etwas gescheitert?

Dann sprechen wir darüber, was jetzt hilft — für Sie, Ihr Team oder Ihre Organisation.

Das Erstgespräch und das daraus entstehende schriftliche Angebot sind kostenfrei und unverbindlich. Wenn die Arbeit gerade stillsteht, ist der Notruf der schnellere Weg.

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